Generalisierte Angststörung (GAS)

Definition und Merkmale einer generalisierten Angststörung

Etwa 3 % der Bevölkerung leiden in Deutschland jährlich an einer generalisierten Angststörung. Frauen sind doppelt so häufig betroffen wie Männer. Der Verlauf ist meist chronisch, mit fluktuierenden Symptomen und erheblichen Einschränkungen der Lebensqualität.

  • Die generalisierte Angststörung ist gekennzeichnet durch anhaltende, übermäßige Sorgen und Ängste, die sich auf viele Lebensbereiche beziehen (z. B. Gesundheit, Arbeit, Familie, Zukunft, Finanzen)
  • Die Sorgen sind oft unrealistisch oder übertrieben und treten ohne konkreten Auslöser auf
  • Betroffene erleben ein Gedankenkarussell und haben Schwierigkeiten, ihre Sorgen zu kontrollieren

Symptome einer generalisierten Angststörung

Symptome können sein:

  • Grübeln
  • Konzentrationsstörungen
  • Reizbarkeit und Nervosität
  • Schlafstörungen
  • Gefühl der Überforderung und Kontrollverlust
  • Herzrasen, Zittern, Atemnot
  • Magen-Darm-Beschwerden
  • Schwindel, Muskelverspannungen
  • Hitzewallungen oder Kälteschauer

Ursachen einer generalisierten Angststörung

Ursachen können sein:

  • Ungelöste Konflikte, traumatische Erfahrungen oder chronischer Stress
  • Persönlichkeitsmerkmale wie Perfektionismus oder ein hohes Verantwortungsgefühl
  • Dysfunktionale Denkmuster, z. B. Katastrophendenken

Genetik und Epigenetik

Vorgehensweise

Trance-Induktion und Entspannung

Der Klient wird in einen tiefen, suggestiblen entspannten Zustand versetzt, da in diesem Zustand das Gehirn besonders empfänglich für positive Suggestionen und emotionale Verarbeitung ist.

Entkoppelung dysfunktionaler Reaktionen

Ängste entstehen häufig durch unbewusste Konditionierungen: Ein bestimmter Gedanke, ein Geräusch, ein Geruch oder eine Situation wird – oft ohne bewusste Erinnerung – mit einer körperlich‑seelischen Alarmreaktion verknüpft. Das Nervensystem reagiert dann automatisch, obwohl real keine Gefahr besteht. In der Hypnose wird genau diese alte Kopplung sanft gelöst. Zwischen dem angstauslösenden Reiz und der inneren Reaktion entsteht wieder Raum. Das Nervensystem kann umschalten, sich beruhigen und neue, positive Verknüpfungen aufbauen.

Beispiele für solche unbewussten Konditionierungen:

  • Jemand hat als Kind einen strengen Lehrer erlebt. Jahre später löst allein der Gedanke an „Vor einer Gruppe sprechen“ Herzklopfen und Enge im Brustkorb aus – obwohl die aktuelle Situation sicher ist.
  • Eine Person erlebt eine Panikattacke im Supermarkt. Das Gehirn speichert „Supermarkt = Gefahr“. Beim nächsten Einkauf reagiert der Körper automatisch mit Schweiß, Zittern oder Fluchtimpulsen.
  • Ein bestimmter Geruch – etwa Desinfektionsmittel – erinnert unbewusst an eine belastende Krankenhaus‑Situation. Der Körper reagiert sofort mit Unruhe, obwohl der Mensch rational weiß, dass alles in Ordnung ist.

Wie Hypnose hier wirkt:

In der hypnotischen Trance wird die alte Verknüpfung zwischen Reiz und Reaktion entkoppelt. Das Nervensystem erlebt die Situation neu – ruhig, sicher, stabil. Dadurch entstehen frische, hilfreiche Muster: Ein Gedanke, der früher Angst ausgelöst hat, kann plötzlich neutral oder sogar positiv erlebt werden. Der Körper reagiert gelassener, der Atem wird tiefer, der innere Raum weiter.

 

Beispiele für neue positive Verknüpfungen:

  • Statt Enge beim Sprechen vor Menschen entsteht ein Gefühl von innerer Aufrichtung und Klarheit.
  • Der Supermarkt wird nicht mehr als Bedrohung erlebt, sondern als Ort, an dem man ruhig und präsent bleiben kann.
  • Ein früher belastender Geruch wird zu einem neutralen Signal, das keine körperliche Stressreaktion mehr auslöst.

So entsteht Schritt für Schritt ein neues inneres Erleben – frei von alten Mustern, getragen von Sicherheit, Selbstwirksamkeit und innerer Ruhe.


Arbeit mit inneren Bildern und Ressourcen

Eines der wichtigsten Bestandteile der hypnotherapeutischen Arbeit ist die Nutzung innerer Bilder und Ressourcen. Visualisierungen unterstützen das Nervensystem dabei, innere Sicherheit, Orientierung und Kontrolle wieder aufzubauen. Durch gezielte innere Vorstellungen werden hilfreiche Qualitäten wie Mut, Gelassenheit oder Vertrauen aktiviert und im Erleben verankert. So entsteht ein stabiler innerer Zugang zu Kräften, die im Alltag oft verdeckt oder blockiert sind.

Durch diese inneren Bilder entsteht ein direkter Zugang zu den eigenen Ressourcen. Das Nervensystem lernt, schneller in einen Zustand von Stabilität und Gelassenheit zurückzufinden – auch in herausfordernden Momenten des Alltags.

Bearbeitung von Ursachen

Ein weiterer Bestandteil der hypnotherapeutischen Arbeit ist die Bearbeitung von Ursachen. Hypnotherapie kann ursachenorientiert eingesetzt werden, um frühere belastende Erfahrungen zu verarbeiten, die bis heute unbewusst wirken. In der regressiven Hypnose wird der Blick behutsam auf innere Prägungen gelenkt, die das Nervensystem in Alarmbereitschaft halten. Dadurch können alte emotionale Muster gelöst und durch stabilere, hilfreichere Reaktionen ersetzt werden.

Besonders bei generalisierter Angst (GAS), die häufig mit überbesorgten oder kontrollierenden familiären Prägungen verbunden ist, kann dieser Ansatz wertvolle Entlastung bringen. Das Nervensystem erhält die Möglichkeit, alte Überforderungen zu entkoppeln und neue innere Sicherheit zu entwickeln.

 

Beispiel für eine frühe belastende Prägung

Ein Kind wächst in einem Umfeld auf, in dem ein Elternteil immer wieder abwertende Bemerkungen macht – etwa Sätze wie „Du stellst dich schon wieder an“ oder „Mit dir stimmt etwas nicht“ oder „Du bist dumm“. Diese wiederholten Demütigungen prägen das kindliche Nervensystem tief.

Das Kind lernt, sich klein zu machen, ständig wachsam zu sein und Fehler unbedingt vermeiden zu wollen. Jahre später zeigt sich dieses alte Muster oft als übermäßige Selbstkritik, ständiges Sorgenmachen oder dem Gefühl, nie gut genug zu sein. Der erwachsene Mensch vergleicht sich mit anderen und wertet die eigene Leistung ab. Hinzu kommt der übertriebene Wunsch, perfekt zu sein. Das alte Muster ist noch integriert. Denn damals als Kind führten Fehler zu Demütigungen.

In der ursachenorientierten Hypnotherapie kann diese frühe Erfahrung behutsam bearbeitet werden. Das Nervensystem erhält die Möglichkeit, die damalige Ohnmacht zu lösen und neue innere Sicherheit zu entwickeln. Die alte Botschaft „Ich bin falsch“ verliert an Kraft, und an ihre Stelle tritt ein stabileres, selbstwirksames inneres Erleben.

Beispiele aus der Praxis:

Maren leidet seit Jahren unter ständiger innerer Anspannung. Sie begegnet in der Hypnose einer frühen Situation, in der sie als Kind viel Verantwortung übernehmen musste. Durch die Aufarbeitung entsteht in ihr ein neues Gefühl von Entlastung und innerer Ruhe.

Bei Mareike zeigt sich in der Trance ein altes Muster: „Immer wachsam sein, damit nichts passiert.“ Durch die Bearbeitung kann dieses Muster gelöst und durch Vertrauen und Selbstwirksamkeit ersetzt werden.

Steven macht sich ständig Sorgen und erlebt in der Hypnose eine Erinnerung an überbesorgte Bezugspersonen. Das Nervensystem lernt, zwischen früheren familiären Dynamiken und der heutigen Realität zu unterscheiden.

Durch diese ursachenorientierte Arbeit entsteht ein tieferes Verständnis für die eigenen Reaktionen. Belastende Prägungen verlieren ihre Macht, und innere Stabilität kann sich nachhaltig entfalten.


(Namen geändert)

Was ist regressive Hypnose?

Manchmal trägt ein Mensch etwas in sich, das längst vergangen ist und doch im Hier und Jetzt weiterwirkt. Etwas, das sich nicht in klaren Erinnerungen zeigt, sondern in Gefühlen, die wie aus dem Nichts auftauchen. Regressive Hypnose schafft einen Zustand, in dem das innere Erleben leiser wird, weicher, durchlässiger. In diesem Zustand kann das Unbewusste beginnen, alte Spuren zu zeigen – so, wie ein Weg sichtbar wird, wenn der Nebel sich hebt.

Es geht dabei nicht darum, in die Vergangenheit „zurückzugehen“, sondern darum, dem inneren Erleben zu erlauben, das zu zeigen, was bereit ist, gesehen und gelöst zu werden. Oft genügt schon ein Moment des Verstehens, ein neuer Blick auf etwas Altes, damit das Nervensystem sich entspannt und eine andere, freundlichere Reaktion findet.

Regressive Hypnose lädt das Unbewusste ein, das zu ordnen, was ungeordnet geblieben ist und das zu beruhigen, was damals zu viel war. Auf diese Weise kann ein Mensch spüren, dass die Vergangenheit nicht mehr bestimmen muss, wie sich die Gegenwart anfühlt. Und dass innere Sicherheit wachsen kann, genau dort, wo früher Anspannung war.

Kontaktformular

    • Genetische Prädisposition spielt eine Rolle: Zwillingsstudien zeigen eine moderate Erblichkeit.
    • Epigenetische Veränderungen durch frühkindlichen Stress oder Traumata können die Anfälligkeit für eine generalisierte Angststörung erhöhen.

    Hypnotherapie ist ein wissenschaftlich anerkanntes Verfahren, das das Unterbewusstsein gezielt anspricht, um psychische und körperliche Symptome zu beeinflussen. Bei einer generalisierten Angststörung wird Hypnose genutzt, um:

    • die emotionale Reaktivität zu reduzieren
    • dysfunktionale Denkmuster zu verändern
    • körperliche Entspannung zu fördern
    • und die Selbstwirksamkeit zu stärken

    Hypnose beeinflusst dabei die Aktivität im limbischen System (v. a. Amygdala) und fördert die Regulation durch den präfrontalen Cortex. Sie reduziert die Aktivierung der Stressachse (HPA-Achse) und senkt den Cortisolspiegel. Der Zustand der Trance ähnelt neurophysiologisch einem Zustand tiefer Meditation.

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